Zum Seitenanfang

Darstellung eines Vogels

Web-Farben: rot, grau und schwarz

Site map
Design: CB © Elipse graphic and webs
2012 • XHTML 1.0 / CSS 2.1

Foto von Baldovino und malerei

Angel Baldovino - Biografie

In Argentinien

Angel Baldovino wurde am 29. Juli 1929 in Buenes Aires als jüngster von drei Söhnen einer armen Einwandererfamilie geboren, die aus der Nähe von "Pompeya".

Bereits in seiner Schulzeit zeichnete er gern Landkarten, sammelte Vogelbilder, beobachtete die riesigen Überseeschiffe auf dem Atlantik und träumte davon, eines Tages nach Europa zu fahren.

Er wollte ein großer Künstler werden. Seine Mutter bestärkte ihn in der Hoffnung, diesen Traum zu verwirklichen und konsequent daran zu arbeiten.

Baldovino musste die Schule verlassen, um zu arbeiten. Seine Freizeit verbrachte er mit zeichnen. In Misiones, wo seine Großmutter als Grafikerin lebte und arbeitete, galt seine Aufmerksamkeit der Vielfalt der Natur.

In Buenos Aires zog er mit Vorliebe durch verlassene und unbewohnte Gegenden und brachte Motive zu Papier, die außer ihm niemand wahrnahm.

Baldovino begann 1949 sein Studium an der Schule der Schönen Künste, die er jedoch nach wenigen Jahren verließ. Er setzte seine Ausbildung bei dem Meister Demetrio Urruchúa fort, vertiefte seine Kenntnisse über räumliche Darstellungen bei dem Architekten und Maler Teresio Fara und erlernte die Kunst der Gravur bei Leonelo Muñeza. Er genoss seine Ausbildung in der Welt der Kunst, das Leben selbst, Lektüre und unermüdliche Malerei erschlossen ihm das Wesen dieser Welt.

Auf einem Platz in San Telmo stellte er in einem Stand seine Pastellzeichnungen aus, die er von den entlegenen Winkeln der Stadt gezeichnet hatte. In den späten sechziger Jahren gab es eine Reihe von Veränderungen im Leben Baldovinos. 1968 heiratete er und bekam seinen Sohn Leonardo. Seine Arbeiten hatten Erfolg, er erhielt Auszeichnungen.

Eines Tages geschah etwas Unerwartetes: Der Direktor einer berühmten Galerie in Venedig blieb an seinem Stand stehen, betrachte die Bilder und bot dem erstaunten Baldovino eine Ausstellung in Venedig an. Das Glück über diese Einladung war komplett, bedeutete sie doch die Verwirklichung seines Traumes, nach Europa zu reisen und dort in Italien, im Land seiner Vorfahren, auszustellen.

Unterwegs in Venedig

Im November 1973 stellte Angel Baldovino in der Galerie Bevilacque La Masa an der Piazza San Marco in Venedig aus und zeigte dort die Bilder der Häfen und einsamen Straßen Buenos Aires.

Ein Traum hatte sich erfüllt und darüber hinaus war die Ausstellung nach einhelliger Meinung von Publikum und Kritikern ein großer Erfolg.

Angel Baldovino ließ sich für zwei Jahre in Venedig nieder und stellte in dieser Zeit in drei weiteren Galerien der Stadt aus (Galerie Fontana, Sylvester, St. Lucia). Er nutzte die Zeit zu Museumsbesuchen, streifte durch die Straßen und bildete sich in der Klassischen Kunst und der Renaissance.

Rückkehr nach Buenos Aires

Mitte der siebziger Jahre kehrte er nach Argentinien zurück, schloss sich dort der lokalen der Kunstszene an und zeigte Arbeiten, in denen die in Europa gemachten Erfahrungen eingeflossen waren.

1976 war ein schicksalsschweres Jahr für Argentinien: Viele Menschen flohen vor der grausamen Militärdiktatur aus dem Land. Auch Baldovino gehörte dazu. Er zögerte keinen Moment, als er von seinem engen Freund Candido Ballester eingeladen wurde, nach Mallorca zu kommen. Hier gab er die Landschaftsmalerei auf und wandte sich verstärkt der abstrakten Malerei zu, die jedoch durch südamerikanische Kunst beeinflusst war.

Mallorca, Insel der Ruhe

Auf der Insel angekommen, traf Angel Baldovino Rafael Jaume und Esteban Pison, mit denen er sich auf dem Gebiet der Poesie freundschaftlich verbunden fühlte.

In den frühen achtziger Jahren integrierte sich Angel vollständig in das kulturelle Leben der Insel. Später lebte er abwechselnd über längere Zeiträume hinweg auf Mallorca und in Holland.

Seine Malerei wurde durchdrungen von Gefühlen der Seele, der Freiheit des Geistes und beeinflusst von dem großen Künstler und Theoretiker Kandinsky.

Poesie und Natur sind in der Malerei Baldovinos lyrisch abstrahiert, mit Formen und Farben drückte er sein Innerstes aus . Ruhe, Stille, Ausgeglichenheit und Harmonie wurden zum Gegenstand seiner Kompositionen.

1988 reiste Baldovino zu den Kanarischen Inseln, wo er einen Händler traf, dem er vertrauensvoll einige seiner Werke zeigte. Leider bemerkte er nicht, dass dieser Mann sein gesamtes Werk hinterrücks verkaufte und Baldovino so um all seine Arbeiten brachte.

Als Baldovino mit der Realität konfrontiert wurde und den Betrug erkannte, reiste er deprimiert nach Madrid, wo er sich in die Obhut der Schwestern der Nächstenliebe von San Isidro begab. Hier verbrachte er fast drei Jahre in der Anonymität bis zu dem Zeitpunkt, als er ein Interview der Zeitschrift "Interviú" gab. Nachdem er so wieder in den Medien aufgetaucht war, nahmen seine mallorquinischen Freunde Kontakt zu ihm auf und halfen ihm wieder auf die Beine.

Mitte der neunziger Jahre kehrte Baldovino nach Mallorca zurück. Seine Malerei war nun durchdrungen von der Welt der Träume und Illusionen. Seine Bilder drückten das immaterielle, ätherische aus, sie deuteten Träume eines magischen Weltszenarios an, immer auf der Suche nach dem verborgenen Sinn der Dinge, des Welt des Unbewussten und auf der Suche nach absoluter Schönheit, die jenseits der Realität liegt.

Baldovino arbeitete zwischen Abstraktion und Figuration. In seinen figurativen Bildern nahm er naturalistische Motive auf, die in abstrakter Umgebung ein Gefühl der Unwirklichkeit vermitteln. Zwischen den Jahren 1996 und 1999 sind in seinen Ausstellungen weniger abstrakte Werke zu sehen.

In einigen Werken, die übernatürlich anmuten, findet man erkennbare Elemente: Fische, Schmetterlinge, Profile von Männern und Frauen, Kugeln, Monde und vor allem Vögel, die er beinahe wie besessen malte.

Die derzeitigen Arbeiten

Baldovino arbeitet in seinen abstrakten Werken mit Formen, die Volumen und Tiefe ausdrücken, in denen man aber auch Figuren aus der uns umgebenen Welt erkennt. Er präsentiert uns Bilder in leuchtenden Farben und intensiven Schattierungen, die unsere Gefühle ansprechen.

Pilar Serra

(“Angel Baldovino, retrospektive”. 2006)

Wir bedanken uns bei Renate Struss und Sybilla Flockenhaus.